Wie es zum Anti-Familienbett kam

Dienstag, Februar 07, 2017

Hach, wie romantisch ich mir das vor der Geburt vorgestellt habe: Das Babybettchen steht ganz dicht am Ehebett, mein Baby ganz nah bei mir und neben mir schläft mein Mann. Die Umstände mit unserer Tochter hatten allerdings eine andere Schlafsituation für uns parat und darüber möchte ich in diesem Blogpost berichten.

Nichts wird unter Müttern bzw. Familien so heiß diskutiert wie das Schlafverhalten eines Neugeborenen. "Und, wie sind die Nächte?", wurde ich oft gefragt und ganz ehrlich, die erste Zeit war der Horror. In unserem Geburtsbericht habe ich euch erzählt, dass wir eine ambulante Geburt hatten und somit kamen wir mitten in der Nacht zu Hause an. Natürlich war schon alles vorbereitet und ich legte unser Baby in das Beistellbett (IKEA Gulliver). Es dauerte natürlich nicht lange, bis sich der kleine Mensch neben mir meldete und ich stillte sie. Im Schneidersitz, was sehr unbequem war, wenn man gerade eine Geburt hinter sich hat. Keine halbe Stunde später meldete sie sich wieder. Also, vorwärts aus dem Bett robben und erstmal wickeln und wieder stillen. Schon wurde mir klar, das Bett kann da nicht bleiben. Der Grund? Ganz einfach, mir tat nach der Geburt rund zwei Wochen im Beckenbereich alles weh. Die Knochen, die Muskeln, ich hatte eine Geburtsverletzung und einen großen Bluterguss. Auch meine Bauchmuskeln wollten nach der Schwangerschaft nicht so wie ich wollte und vorwärts rausrobben war extrem schmerzhaft. Also haben wir das seitliche Gitter wieder angebracht und das Bett, an die Wand geschoben.

Unsere Tochter hatte Anfangs einen Schlafintervall von 1-2 Stunden (mehr zum Thema Schlafen, hier im Bericht über die ersten Wochen mit Baby), weshalb sie natürlich sehr oft in der Nacht wach wurde und wir gleich mit. Dazu kam nach der zweiten Woche, dass sie am Abend stundenlang schrie. Eine wirkliche Zubettgehzeit gab es bei uns nicht mehr und irgendwann fingen wir an in Etappen zu schlafen. Das hieß, mein Mann übernahm sie bis ca. 12Uhr und ich verkrümelte mich gegen 22Uhr ins Bett, damit ich schon mal zwei Stunden vorschlafen konnte. Er schlief dann auf dem Sofa weiter und ich nahm sie um 2Uhr mit zu mir ins Bett. Dieses getrennte schlafen blieb dann so, bis Sie mit 12 Wochen in ihr eigenes Zimmer zog. Für uns war das die beste Möglichkeit, damit wenigstens einer von uns in Ruhe schlafen konnte. Als mein Mann nach 4 Wochen wieder anfing zu arbeiten, schlief er im Gästezimmer und nicht mehr auf dem Sofa und ich mit S. im Schlafzimmer, damit er für die Arbeit genug Schlaf bekommt. Ich hatte sie dann also die ganze Nacht. Ich konnte ja - wenn ich Glück hatte - auch tagsüber mal ein Nickerchen einlegen.



Ursprünglich hatten wir geplant, dass S. mindestens ein Jahr bei uns im Schlafzimmer schlafen würde, weil das ja auch so empfohlen wird wegen dem plötzlichen Kindstod. Die ersten Wochen zeigten uns aber, dass dies, bedingt auch durch die Schichten meines Mannes, für uns nicht das Richtige ist. Deshalb beschlossen wir, dass sie mit 12 Wochen aus dem elterlichen Schlafzimmer auszieht und wir ihr Bettchen in ihr Zimmer stellen. Es ist zuvor oft passiert, dass sie durch meine Bewegungen wach wurde und hatte dadurch einen sehr unruhigen Schlaf. Sobald sie im Kinderzimmer schlief und wir die Tür zumachen konnten, wurden die Abstände zwischen den Mahlzeiten nochmal ein bisschen kürzer und mittlerweile braucht sie nur einmal in der Nacht ein Fläschchen. Es gab eine Zeit, da hat sie tatsächlich 10 Stunden am Stück geschlafen und erst morgens um 6 Uhr eine Flasche gebraucht und dann schlief sie nochmal bis ca. 9Uhr. Nun wird sie zwischen 3 und 4 Uhr wach, sie trinkt und schläft sofort weiter. Zwischen 6:30 und 7:30 Uhr ist dann die Nacht für uns vorbei. Das ist ein super Rhythmus, bei dem ich mich nicht über zu wenig Schlaf beschweren kann. Natürlich sind die Nächte auch manchmal anstrengender, zum Beispiel neulich als sie wegen der Impfung sehr quengelig war und als sie erkältet war, aber grundsätzlich ist sie offensichtlich eine sehr gute Schläferin. Sie auszuquartieren war zwar nicht so früh geplant, für uns aber der richtige Weg und ganz ehrlich, mein Mann und ich genießen auch sehr, das Bett wieder für uns als Paar zu haben und vor allem nicht auf Zehenspitzen ins Bett krabbeln zu müssen. Zumal sie in ihrem Zimmer ein kleines Sofa hat, auf dem es sich viel besser "füttern" lässt, als an der Bettkante.

Übrigens, weil ich das auch manchmal gefragt werde, habe ich sehr schnell aufgehört sie Nachts zu wickeln. Das hat sie nur munter gemacht und war zu 95% auch gar nicht nötig. Ab und zu passiert es, dass die Windel nicht dicht hält, aber sie hat damit anscheinend kein Problem und der Popo macht das auch ohne Rötungen oder dergleichen mit.

Ihr seht also, es kommt manchmal ganz anders als man es geplant hat. Ein Baby ist ein ganz individueller Mensch und jede Familie ist anders und deshalb muss jede ihren eigenen Weg finden. Babyratgeber, Tipps von Anderen und Vorstellungen im eigenen Kopf, lassen sich nicht immer mit den Lebensumständen vereinbaren und manchmal hilft probieren über studieren. Hätte es mit dem Schlafen im eigenen Zimmer nicht geklappt, hätte ich sie sofort wieder zu mir geholt. Dann hätten wir zur Not halt wirklich ein Jahr lang getrennt geschlafen. Aber es klappt prima und morgens höre ich immer vergnügtes gequieke aus dem Babyphone. Ich stehe dann auf - mein Mann kann, wenn er Spätschicht hatte, noch ein wenig weiterschlafen - mache sie frisch und bis sie das erste Fläschchen einfordert, frühstücke ich gemütlich. Wenn der Papa Frühschicht hat, ist es so auch viel besser, da er sie nicht weckt, wenn der Wecker um 4:20 Uhr klingelt und aufsteht. Zumal wir ja auch einen Hund haben, der auf dem Laminat ordentlich Lärm macht.

Wie ist/war das bei euch? Wie lange hat euer Baby bei euch im Zimmer geschlafen? Wann habt ihr beschlossen es auszuquartieren oder habt ihr vielleicht sogar ein Familienbett in dem alle, bis sie nicht mehr möchten, schlafen können? Wie habt ihr das in der ersten Zeit gemacht? Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen!

Das könnte dich auch interessieren

5 Kommentare

  1. Hallo Ina,
    bei uns war das genau so. Unser Sohn war total unruhig neben uns im Beistellbett. In einer besonders schlimmen Nacht, als ich kurz vorm Durchdrehen war, hat mein Mann ihn ins Kinderzimmer gelegt. Und unser Sohn schlief auf einmal ganze sechs Stunden durch.
    Von dem Tag an wurde sein Schlafverhalten ganz anders. Er wachte nur noch einmal nachts auf. Und als er sechs Monate alt war schlief er immer von 18/19 Uhr bis 5/6 Uhr durch. Und das ist heute noch so (jetzt ist er 5 Jahre alt).

    Liebe Grüße von Nicole ❤

    AntwortenLöschen
  2. Ich kann zwar keine eigenen Erfahrungen beitragen, aber ich lese deine Berichte über den Alltag mit der kleinen Maus immer sehr gerne.

    AntwortenLöschen
  3. Nach meiner Erfahrungen und Zuhören von anderen Müttern/Eltern bewältigt das jeder ein bisschen anders. Manche schlafen alleine am besten und manche, eben wie bei meine Kleine schlafen nur bei der Mama am besten. Schon im Krankenhaus habe ich sie zu mir ins Bett genommen. Es war zwar ganz eng, weil die Krankenbetten ja eben nur für eine Person gedacht ist, aber es klappte sehr gut und sie fiel auch nie herunter. Sie hat sonst in der Nacht jede halbe Stunde geschrien und Tagsüber aber durchgeschlafen. Bis meine Schwägerin mir mitteilte, dass sie mit ihrem Sohn zusammen im Bett geschlafen hat und ich das mal vielleicht ausprobieren sollte. Seither schlief sie dann durch. Nur wenn sie gespuckt hat oder Bauchweh oder die Windel zu voll war, wurde sie natürlich wach. Heute ist sie 5 und wir schlafen immer noch zusammen in einem Bett. Sie kann auch alleine einschlafen, wenn ich arbeiten muss. Das mag sie aber nicht so gern. ;)

    AntwortenLöschen
  4. Ich kann zwar auch nicht von eigenen Erfahrungen sprechen, aber in meinem Freundeskreis purzeln die Babies ja nur so vor sich hin ;D Und es ist wirklich erstaunlich, wie unterschiedlich die Bedürfnisse von allen Babies sind. Das macht tatsächlich jeder anders und jeder findet für sich die richtige Lösung. Und wie man es sich vorher ausgemalt hat, tritt es wahrscheinlich sowieso nie ein :D

    AntwortenLöschen
  5. Ich lese deine Beiträge sehr geren! Finde das total interessant wie es bei anderen so läuft. Meine Tochter hat am Anfang sehr tief und fest geschlafen. Konnten im Schlafzimmer sogar (leise) Fernsehen und sie ist nicht aufgewacht. Als sie nicht mehr ins Beistellbett passte, stellten wir ihr Gitterbett ins Schlafzimmer an meine Seite des Bettes (die weiter weg von der Türe ist). Irgendwie war es für mich auch immer beruhigend, sie nachts atmen zu hören. Und wenn sie mal wach wurde half es, ihr einfach ein bisschen übers Köpfchen zu streichen damit sie weiterschläft.

    AntwortenLöschen

Kommentare mit eingebetteten Links werden von mir gelöscht!

WERBUNG

BLOGLOVIN

Follow

GOOGLE FRIEND CONNECT

RANKINGS

Teads - Top Blog - Beauty Teads - Top Blog

WERBUNG