Bye Bye Gitterbett, Hallo Bodenbett

Sonntag, Mai 07, 2017


Ein Kind zu haben bedeutet oft, sich an dessen Bedürfnisse anzupassen und dabei bleibt es nicht aus, dass man Veränderungen in den Alltag integriert, um diesen einfacher für die Familie zu gestalten. Ich habe euch hier schon berichtet, warum ich die ersten drei Monate mit meiner Tochter im Ehebett ohne den Papa verbrachte und weshalb sie schon mit 13 Wochen mit dem Gitterbett in ihr Kinderzimmer zog. Nun möchte ich euch erzählen, warum wir das Gitterbett vor rund drei Wochen verbannt haben und S. jetzt auf einer großen Matratze schläft.

Immer wieder belese ich mich rund um das Thema "Montessori", denn der Gedanke, dass man seinem Kind eine Umgebung schaffen soll, damit es den Alltag möglichst eigenständig erleben kann, ohne, dass die Eltern viel eingreifen müssen, gefällt mir ausgesprochen gut. Es klingt für mich logisch, dass Kinder zu selbstbewussten Menschen heranwachsen, wenn man ihnen ein Umfeld schafft, in dem sie selbstbestimmt agieren können, um eben dieses Selbstbewusstsein aufzubauen. Auch rund um die Schlafstätte hat sich Maria Montessori ein Konzept überlegt, welches mir, als ich davon bereits in der Schwangerschaft las, sofort gefiel. Schon damals dachte ich: "sowas werde ich für mein Kind auch einrichten". Der Gedanke dahinter ist, dass das Kind, durch das so genannte Floorbed oder zu Deutsch "Bodenbett", eigenständig ins Bett hinein und wieder hinauskommt, ohne, dass ein Erwachsener das Kind herausheben muss. Die Erfahrungen zeigen, dass sich viele Kinder sogar selbst in ihr Floor Bed legen, wenn sie müde sind und herauskrabbeln, wenn sie aufstehen und spielen wollen. Das Kinderzimmer sollte dafür natürlich Kindersicher gemacht werden, damit sich das Kind nicht verletzen kann, wenn es aufsteht um sich zu beschäftigen. Für mich klingt das alles total plausibel!




Laut meiner Recherche richten viele Eltern ihrem Kind ein Bodenbett oder eben einfach eine Matratze auf dem Boden, ein, wenn dieses gut krabbeln kann, damit man ihm zeigen kann, wie es rückwärts aus dem Bett kommt. Denn selbst bei einer Höhe von (in unserem Fall) 25cm könnte sich das Kind weh tun, wenn es mit dem Kopf voran aus dem Bett robbt. Weil S. aktuell noch zu klein ist, um ihr zu zeigen wie das geht, liegt die Matratze vom Gitterbett und ein großes Kissen vor ihrer Schlafstätte, damit sie sich nicht verletzt. Sie schläft mittlerweile drei Wochen auf ihrer Matratze und ist einmal rausgefallen, als sie wach wurde und ich zu langsam mit der Flasche war.

Aber warum jetzt schon das Bodenbett, wenn sie ja ohnehin noch nicht selbst hinein und hinaus kommt? S. brauchte immer viel Nähe um schläfrig zu werden. Am besten funktionierte dies natürlich auf dem Arm, schunkelnd, singend, manchmal herumlaufend. War sie ruhig genug, konnte man sie in ihr Bettchen legen, ihr die Flasche geben und sie schlief ein. Vor ca. 8 Wochen änderte sich ihr abendliches Verhalten abrupt. Sie schrie, wand und bog sich in meinen Armen, was  wirklich schrecklich für mich war. Sie wollte diese Nähe nicht mehr und mein Baby so kämpfen zu sehen, brach mir schier das Herz. Irgendwann kam ich darauf, dass ich sie einfach hinlege und an ihrem Bett sitzen bleibe, bis sie soweit war ihre Flasche zu trinken. Das dauerte manchmal 20 Minuten, manchmal 45 Minuten und manchmal eine Stunde. Es klappte gut, dauerte aber. Beim Trinken in der Nacht saß ich ebenfalls an ihrem Bett und hielt die Flasche und ein Händchen fest. Mehr Nähe wollte sie nicht. Auf keinen Fall konnte ich sie mehr aus dem Bett nehmen um sie zu füttern. Als S. dann eine Erkältung bekam und ihre Nase dicht war, brauchte sie mich bei sich und zur Abwechslung mal ganz nah. Weil ich den Papa nicht stören wollte, schlief ich für jeweils einige Stunden drei Nächte mit ihr auf dem kleinen Sofa im Kinderzimmer. Sie auf meiner Brust, damit die Nase frei zum Atmen war. Und das war der Moment wo ich mich an das Gelesene über das Floorbed erinnerte. Wie toll wäre es doch, wenn ich mich in so einem Fall einfach neben sie legen könnte? Oder wenn ich mich Abends und Mittags neben sie kuscheln könnte, um sie beim Einschlafen zu begleiten? Nachts nicht mehr neben dem Bett kauern, bis sie ihre Flasche getrunken hat. Mittags auf dem Sofa klappt es mit dem Einschlafen auch am besten, wenn ich einfach dicht neben ihr liege, also warum nicht auch am Abend?  Mein Mann war zunächst skeptisch, weil er davon noch nie zuvor gehört hatte und auch niemanden kennt, der so etwas seinen Kindern angeboten hat. Man kennt eben nur das klassische Gitterbett. Aber ich sagte ihm, dass ich es ausprobieren möchte und wenn es nicht klappt, können wir die Matratze ja aufheben, wenn S. irgendwann ein richtiges Bett bekommt. Ich habe die Matratze in der Größe 120cm x 200cm gewählt, damit sie nicht zu viel Platz weg nimmt, aber ich auch bequem mal bei ihr schlafen kann, wenn sie mich braucht. Die Matratze nimmt natürlich dennoch mehr Platz weg als das Gitterbett, allerdings kann man darauf auch tagsüber toben oder Bücher vorlesen. Also meiner Meinung nach absolut kein verschwendeter Platz. Meine Schwester hat aus Schaumstoff und einer Meterware von IKEA noch eine schöne Polsterung für die Wände genäht. Was einerseits schön aussieht und andererseits S. vor der rauen Wand schützt. Zum Vorlesen von Gute-Nacht-Geschichten kann ich mich auch ganz gemütlich dagegen lehnen und zu alle dem, werden die Wände vor Verschmutzungen geschützt.



Und, wie klappt das nun?

Es mit dem Bodenbett zu versuchen war die beste Entscheidung, die ich hätte treffen können. Es ist für uns einfach perfekt. Vormittags macht S. nach wie vor ihr Schläfchen auf dem Sofa, auf meiner Brust, das ist anscheinend die einzige Tageszeit zu der sie sehr gerne auf dem Arm einschläft und kuscheln möchte. Mittags hat sie auch meistens auf dem Sofa geschlafen, allerdings direkt darauf liegend, von Stillkissen umzingelt. Der Nachteil daran war immer, dass man in dieser Zeit natürlich möglichst ruhig sein musste, was besonders den Papa nervte, wenn er am Wochenende zu Hause war. Im Gitterbettchen hat sie den Mittagsschlaf immer nur sehr unruhig bis gar nicht gehalten, weshalb wir schnell auf die Couch auswichen.

Nun ist aber unsere Matratze da und ich dunkle das Zimmer etwas ab, lege mich zu ihr, sie spielt meist noch ein wenig mit meinen Händen, ich streichle ihr Köpfchen und wenn sie ganz ruhig wird, dann trinkt sie ihre Flasche und schläft. Wenn ich Zeit habe, mache ich auch ein Nickerchen und wenn nicht, schleiche ich mich leise davon oder bleibe einfach liegen und widme mich der Social Media Welt. Meistens das Erstere :-D Ich genieße es sehr Mittags für 1,5-2 Stunden mit ihr zur Ruhe zu kommen, ein bisschen zu kuscheln und ein bisschen Schlaf nachzuholen.

Am Abend läuft es im Grunde genauso ab. Ich mache S. bettfertig, lege mich mit ihr hin, singe LaLeLu, streichle sie und sobald sie den Schnuller ausspuckt ist es Zeit für das Gute-Nacht-Fläschchen. Das dauert alles in allem immer zwischen fünf und 15 Minuten und ganz ohne Geschrei, was natürlich viel entspannter für sie, als auch für mich ist. Wer möchte schon vor dem Schlafen noch rumbrüllen, um dann völlig erschöpft einzuschlafen. Neulich hatte sie ein paar Nächte, die etwas unruhig waren. Sie wachte alle 30 Minuten auf, wollte nicht trinken, sondern schlief wieder ein, sobald ich sie berührte. Nach dem 3. Mal ins Kinderzimmer rennen, blieb ich einfach neben ihr liegen (für diese Fälle habe ich eine richtige Bettdecke in ihrem Zimmer) und schlief bei ihr. Sie wachte zwar auf, schlief aber sofort wieder ein, als sie mich bemerkte und ich konnte einfach weiterschlafen. Ich versuche aber nur wenn ich meine, dass es notwendig ist (Krankheit, Schub, Zähne) bei ihr zu schlafen - zumindest Nachts - damit sie sich nicht dauerhaft daran gewöhnt, dass ich bei ihr bin.

Ich weiß nicht genau ob es an der Enge des Gitterbettes lag, oder dass sie es einfach beruhigend findet, wenn man dicht neben ihr liegt, aber Fakt ist, das Bodenbett ist für uns ein wirklicher Gewinn und ich hoffe es bleibt so. Ich werde nochmals berichten, wie es mit dem Floorbed klappt, wenn S. etwas älter ist und selbstständig rein und raus krabbeln kann. Und ob es tatsächlich klappt, dass sie morgens einfach eigenständig auf"steht", sich beschäftigt und ich noch ein wenig liegen bleiben kann. Bislang bin ich natürlich immer sofort zu ihr gegangen, wenn ich durchs Babyphone hörte, dass sie wach ist. Ich bin gespannt.....



Vielleicht ist es dem ein oder anderen schon aufgefallen, dass es seit der Roomtour neben dem Bodenbett zwei weitere Veränderungen in S. Kinderzimmer gibt. Ein weiteres IKEA Kallax Regal, trennt nun den Schlaf- vom Spielbereich und dient als praktische Ablagefläche, Rausfallschutz und Sitzgelegenheit. Weil es im unteren Bereich dieser Seite des Kinderzimmers so voll und darüber so kahl war, habe ich lange überlegt, was ich an der Dachschräge anbringen kann. Ein schönes Poster schien mir passend und weil es ganz bestimmt pädagogisch wertvoll ist, wenn in einem Kinderzimmer eine Weltkarte hängt, habe ich mich für eine kindgerechte Weltkarte* von posterlounge.de entschieden. Die Illustration mit den Umrissen der Kontinente und landesspezifischen Tieren und Sehenswürdigkeiten, wird hoffentlich irgendwann ihr Interesse wecken.

Nun bin ich sehr gespannt auf euer Feedback zum Thema Bodenbett. Kanntet ihr diese Art von Bett für Babys/Kinder? Was haltet ihr davon? Oder habt ihr sogar selbst so eine Schlafstätte für euer Kind eingerichtet?

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1 Kommentare

  1. Ich kenne diese Art Betten schon länger (Montessori ist mir ja nun auch kein Fremdwort), und witzigerweise habe ich genauso sowas auch für T da (allerdings nun nicht, weils Montessori ist), da er nachts immer hin und her wandert. Er schläft meist neben mir auf dem Sofa ein, dann lasse ich ihn liegen und irgendwann nachts wandert er entweder zu mir ins Schlafzimmer neben mein kl. Matratzenlager (eher selten) oder ins Kinderzimmer, wo er dann auf einer Matratze neben(!) dem Etagenbett liegt 😅 er könnte genauso unten IM Bett liegen, will er aber nicht. Also schläft er halt daneben. Hier störts niemanden, er fühlt sich so wohl und das ist mir das Wichtigste! :)

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