KiTa Eingewöhnung mit einem Jahr

Sonntag, November 05, 2017

Als es bei uns so langsam Richtung Eingewöhnung in der Kindertagesstätte ging, wurde ich immer aufgeregter und schaute mir unmengen an Videos auf Youtube und Blogbeiträge zu diesem Thema an. Ich wollte einfach wissen, wie es in anderen Krippen abläuft, um mich ein wenig darauf vorzubereiten. Und diejenigen, die sich ein Bild von unserer Eingewöhnungszeit machen möchten, lesen nun einfach weiter.....


S. war gerade 11 Monate alt, als wir mit der Eingewöhnung starteten. Unsere staatliche Gemeinde-Kindertagesstätte verfolgt das Berliner Modell, in dem es darum geht auf die Bedürfnisse und das Tempo des Kindes einzugehen. Es wird kein strikter Plan verfolgt, sondern man kann jederzeit zusammen mit den Erziehern erörtern wann der nächste Schritt gegangen wird. Wir hatten insgesamt 7 Wochen Zeit für die Eingewöhnung und konnten es ganz langsam angehen lassen.

Am 05.09. ging es also los, der erste Tag in der Kita. Wobei "Tag" zu großzügig ausgedrückt ist, denn es war nur eine Stunde in der ich noch mit dabei war. S. Gruppe besteht aktuell aus 4 Kindern und zwei jungen Erzieherinnen - im Januar kommen zwei weitere Kinder dazu. Die Kinder kannten sich bereits aus der örtlichen Krabbelgruppe die wir wöchentlich besuchten und so waren zumindest die Spielkameraden nicht mehr fremd für sie. Tag 1 und 2 gestaltete sich ganz gemütlich, jeweils eine Stunde zusammen mit mir, damit auch ich die Erzieherinnen kennenlernen und über S. Eigenarten berichten kann. Ich sollte mich möglichst zurückhalten, aber S. durfte natürlich jederzeit Kontakt zu mir suchen. Sie machte das sofort total toll, erkundete den Raum und spielte mit den Erzieherinnen.

Spannend wurde es dann an Tag 3. Anders wie bei anderen Eingewöhnungsmodellen, war ich ab dem 3. Tag nicht mehr mit im Gruppenraum. Die Kinder sollen lernen, dass der Kita-Alltag ohne die Mama stattfindet und so fand die erste Trennung an der Tür des Gruppenraumen statt. Nur 15 Minuten wartete ich vor der Tür und S. weinte nicht und spielte seelenruhig im Gruppenraum. Mein Mama-Herz blutete, weil mir in diesen 15 Minuten erstmals so richtig bewusst wurde, dass mein Baby ab sofort einen großen Teil des Tages ohne mich verbringen wird.

An Tag 4 dehnten wir die Trennungszeit dann auf 30 Minuten aus, wobei ich nach 25 Minuten geholt wurde, weil S. anfing zu quengeln. In diesem Fall brechen die Erzieher lieber ab, damit dem Kind der Tag positiv in Erinnerung bleibt.

Der 5. Tag war ein Montag, weshalb hier nochmal die 30-minütige Trennung wiederholt wurde. Immer noch weinte sie nicht beim Abschied und war so abgelenkt, dass sie wahrscheinlich gar nicht so richtig merkte, dass ich nicht bei ihr war. Am 6. und 7. Tag durfte ich mich dann für eine Stunde verabschieden und obwohl ich genug Zeit gehabt hätte, nach Hause zu fahren, wartete ich vorsichtshalber vor dem Gruppenraum. Sicher ist sicher ;-) Aber auch diese Zeitspanne meisterte meine Kleine ohne Zwischenfälle.

Als ich an Tag 8 meine Tochter für 1,5 Stunden abgeben sollte, traute ich mich erstmals nach Hause zu fahren. Daheim angekommen wusste ich gar nicht so richtig was ich nun mit meiner neu gewonnenen Freizeit anfangen soll. Erstmal in Ruhe Frühstücken und Kaffee trinken, das Handy aber immer im Blick, falls ich sie doch frühzeitig abholen soll. Aber denkste - sie machte das ganz toll!

Die Zeit wurde nach 3 Tagen zu je 1,5 Stunden auf 3,5 Stunden erhöht. Wie jetzt? So lang? Ich kam ins Schwitzen. Mein kleines Baby soll ich für 3,5 Stunden anderen Menschen anvertrauen? Ich weiß doch gar nicht, was sie da die ganze Zeit macht. Und da verstand ich was alle meinten, als sie sagten: "Für die Mama ist es schwieriger als für die Kinder.". Es war wirklich schwer mich zu trennen, obwohl ich dachte ich bin da ganz cool. Und ich bin ja auch überzeugt davon, dass es für die Kinder schön ist, wenn sie Vormittags unter Kindern sind, spielen, malen und singen können. Die beiden jungen, motivierten Erzieherinnen der Gruppe machen das auch wirklich ganz toll und versuchen jeden Tag ein bisschen anders zu gestalten. Es wird sogar gebacken und die Kinder sind immer min. 1 Std. draußen, es sei denn es regnet. 3,5 Stunden Kita bedeutete für mich, ich bringe sie um 8Uhr und hole sie um 11:30 Uhr, damit sie zu Hause wie gewohnt Mittagessen kann. Ein ganzer Vormittag nur für mich? Irre! Ich konnte in Ruhe Frühstücken, einkaufen gehen und den Haushalt erledigen. Und ein bisschen Me-Time war auch noch drin, was sich, so egoistisch wie es sein mag, richtig gut anfühlte.



Mit dem Start der 3. Woche ging es plötzlich los: Sie weinte beim Abschied! Und zwar so bitterlich, dass mein Herz jedes Mal in 1000 Teile zersprang! An einem Tag setzte ich mich ins Auto und weinte sogar. Ist es doch nicht das Richtige? Sollte ich lieber doch noch länger zu Hause bleiben und die Eingewöhnung abbrechen? Durch Gespräche mit anderen Müttern verwarf ich diese Gedanken aber sehr schnell. Man erzählte mir, dass auch ältere Kinder an den Punkt kommen, an dem sie merken, dass die Mama nun immer wieder weg ist. An dem sie an der Tür weinen, weil sie eigentlich doch lieber bei der Mama bleiben möchten, sich aber dann ganz schnell beruhigen und den Tag fröhlich in der Krippe verbringen. Und so war es auch. Sie weinte zwar beim Abschied, beruhigte sich aber binnen wenigen Sekunden wieder, wovon ich mich durch Lauschen an der Tür selbst überzeugte. Die Erzieherinnen ihrer Gruppen machen das aber auch wirklich super. Beide haben immer eine positive Ausstrahlung und lenken die Kinder sofort ab. Da ist die Mama schnell "vergessen". Das Weinen beim Abschied ist bis heute so geblieben. Lustigerweise weint sie auch immer wenn ich sie abhole. Sie rennt mir dann entgegen, streckt die Arme aus und weint. Keine Ahnung warum sie das macht?!

Der nächste wichtige Schritt ist das Mittagessen. Bis es soweit war vergingen 4 Wochen. Ich bekam langsam Panik, dass wir es nicht mehr schaffen, bis ich anfange zu arbeiten. Denn immerhin musste sie ja auch noch lernen dort zu schlafen. Aber die Gruppenleitung versicherte mir immer wieder, dass wir noch genug Zeit hätten und S. zu diesem Zeitpunkt einfach noch nicht so weit war. Wir änderten  am Donnerstag der 4. Woche die Abholzeit auf 12:00 Uhr und S. konnte nun, zusammen mit den anderen Kindern, in der Krippe zu Mittag essen. ((Das Mittagessen in unserer Kita kommt vom Caterer, das Frühstück für die Krippenkinder bereiten die Erzieherinnen zu.)) Leider klappte dies eher schlecht als Recht, sie aß nämlich erstmal so gut wie gar nichts. Unsere Tochter ist schon immer ein kleiner Spatz und isst nur kleine Portionen und Vieles gar nicht (Fleisch zum Beispiel, Würstchen gehen aber). Deshalb gab es zu Hause dann immer eine Flasche vor dem Mittagsschlaf, so wie sie es gewohnt ist und dann eben einen größeren Nachmittagssnack. Bis heute isst sie in der Kita nur richtig gut, wenn es etwas gibt was sie wirklich, wirklich mag. Nudeln zum Beispiel. Oder Gulasch. Da sie weit entfernt vom Untergewicht ist, mache ich mir da aber nicht allzu große Sorgen. Sie wird schon das Essen was sie braucht.

Nächste Herausforderung: Der Mittagsschlaf. Erst in Woche 6 der Eingewöhnung erhöhten wir die Zeit und ich sollte die ersten Tage auf Abruf sein. Das heißt, ich werde sofort angerufen, wenn S. aufwacht, so dass sie lernt, dass die Mama kommt, sobald der Mittagsschlaf beendet ist. Mittagessen, Schlafen, Mama kommt! So soll sie es verinnerlichen. Anders als erwartet - denn ich malte mir schon aus, dass sie dort ein riesen Drama veranstaltet, schreit und nicht schlafen will - schlief sie in der Kita ohne Probleme mit Schnuller und ihrem Kuschelhasen (den sie auch zu Hause hat) ein. Zu Hause braucht sie immer eine Einschlafflasche um zur Ruhe zu kommen, aber dort schläft sie binnen weniger Minuten einfach ein. Die Kinder schlafen in großen Hundekörbchen. Klingt ein bisschen komisch, sieht aber irre süß aus und es ist schön kuschlig, wie die Kinder da mit ihren Decken in den Körbchen schlafen. Ich war so erleichtert, dass es mit dem Mittagsschlaf sofort klappte und bis heute klappt.

Und dann kam plötzlich der Einbruch. In Woche 7, also eine Woche vor meinem Arbeitsstart, bekam ich von den Erzieherinnen nur noch negative Resonanz des Tages. Sie quengelte viel, war sehr anhänglich - wobei sie das seit der Eingewöhnung auch bei mir ist - wollte nicht essen und insgesamt war sie einfach nicht gut drauf. Ich muss dazu sagen, es kamen in dieser Woche zwei Zähne auf einmal und sie war erkältet, was ihren Gemütszustand nicht unbedingt verbesserte. Ich brach bei dem Gespräch mit der Gruppenleitung am Donnerstag vor meinem Start im Büro, in Tränen aus. Wie soll ich so mit gutem Gewissen in die Arbeit gehen? Mute ich ihr zu viel zu? Aber es war einfach eine schlechte Woche, geschuldet der oben genannten Faktoren, denn ab der Woche wo ich anfing zu arbeiten, war wieder alles tippi top. Sie war fröhlich, spielte toll mit den anderen Kindern, aß besser und insgesamt verliefen die Tage in der Kita wohl richtig gut. Ich war so erleichtert! Und auch meine Sorge bezüglich des eher langsamen Eingewöhnungsplans waren unbegründet. Ich hatte von anderen Mamas gehört, dass die Eingewöhnung in 2 Wochen abgeschlossen war. Dass die Kinder schon ab Woche 2 Mittagsschlaf machten und es allgemein einfach schneller von statten ging. Aber ich glaube, jetzt im nachhinein, war es so wie es lief, genau richtig für meine Tochter.

Am ersten Tag meines Wiedereinstiegs brachte ich S. zum ersten Mal schon um 7 Uhr in die Krippe, was für sie aber kein Problem darstellte. Aber ich machte mir im vornherein Sorgen, wie ich das in der Früh alles auf die Reihe bekommen soll. Denn ich muss einfach morgens Duschen, um in die Gänge zu kommen und ungeschminkt möchte ich auch nicht ins Büro gehen. Deshalb stellten wir für den Fall der Fälle S. altes Gitterbett ins Badezimmer, damit ich sie dort sicher unterbringen kann, während ich mich fertig mache. Aber bis jetzt war das gar nicht nötig, denn sie schlief immer brav bis 6:30 Uhr. Ich stehe um 5:30 Uhr auf, gehe duschen, ziehe mich an und schminke mich. Dafür habe ich eine kleine Schminkstation im Badezimmer eingerichtet. Denn sollte sie wach werden bevor ich fertig bin, hätte ich sie in dem Zimmer wo mein Schminktisch steht nicht unter Kontrolle - daher nun schminken im Bad mit den Basics und dem Beautylight. So sieht das aus:



Also alles in allem klappt es wirklich super und ich habe mir ganz umsonst im vornherein so viele Gedanken gemacht. Über den neuen Alltag als Teilzeit arbeitende Mama werde ich euch noch in einem seperatem Blogpost berichten.

Erzählt mal, wie es bei euch so abgelaufen ist mit der Eingewöhnung!

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